Google muss Benutzerdaten herausgeben

posted 4th July 2008 14:49

von bernd.hepberger@massiveart.com (Bernd Hepberger)

Fri, 04 Jul 2008 02:49:51 +0100
An Google kommt man im (professionellen) Internet zur Zeit nicht vorbei. Bei meinen Beratungsgesprächen muss ich sogar manchmal erklären, dass ich NICHT für Google arbeite. So oft verweise ich auf die Wichtigkeit der Websiten-Optimierung für die führende Suchmaschine.

Dass Google eine riesige Daten-Speicher-Maschine ist, sollte auch jedem bekannt sein. Datenschützer finden das nicht gerade toll. Positiv denkende Menschen vertrauen auf die Gutmütigkeit und hoffen, dass da kein Schabernack getrieben wird.

Nun hat ein amerikanisches Gericht entschieden, dass Google alle Benutzerdaten von YouTube an den Medienkonzern Viacom herausgeben muss (YouTube gehört Google). Und jetzt sieht die ganze Situation natürlich ein wenig anders aus. Denn Viacom will die Daten um herauszufinden, ob Copyright-Verletzungen ihr Geschäftsmodell gefährden.

Also im Klartext: Wenn Sie jemals ein Video auf YouTube angeschaut haben wird es in Kürze Viacom wissen. Und nicht nur das. Sie werden auch ihren Benutzernamen und, noch schlimmer, ihre IP-Adresse wissen. Zwar hat der Medien-Gigant versprochen sensibel mit den Daten umzugehen. Aber für mich klingt das so als ob ein Elefant im Porzellanladen verspricht nichts zu zerbrechen.

Wir werden ganz sicher schon bald sehen, welche Auswirkungen diese Aktion auf das gesamte Internet haben wird. Eines steht jedoch jetzt schon fest: Dem einst so freien Medium Internet sind wieder einmal Ketten angelegt worden.

Eine gute Sache hat das ganze jedoch. Google hat als direkte Reaktion auf das Urteil Informationen veröffentlich, welche Benutzerdaten tatsächlich abgespeichert werden. Lesen sie es sich sich durch. Denn nur dann können sie auch irgendwann eine Meinung dazu haben.

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